REVIEW: Hope Sandoval & The Warm Inventions „Until The Hunter“

hope-sandoval-jpgDream Pop wird gern als gefällige Hintergrundmusik abgetan. Als etwas, das sich hervorragend zur Untermalung fürs kollektive „Chillen“ eignet. Doch braucht besonders dieses Genre ein aufmerksames Ohr beziehungsweise die Bereitschaft vom Zuhörer, sich auditiv fallen lassen zu wollen. Nur dann entfaltet der Dream Pop seine komplette Wirkung und enthüllt all seine feingliedrigen Details. Und die liegen fernab von Shisha-Bars und Afterwork-Lounges. Nämlich tief verwurzelt im Alternative Rock. Von Bands wie den Cocteau Twins in den späten Achzigern an die Hand genommen, lernte der Dream Pop Laufen und zählt heute zu einer der am meisten recycelten Musikrichtungen überhaupt. Zwei, die sich bei ihrem neuen Album auch auf ätherische Texturen und Stimmungen fokussieren, sind Hope Sandoval (Mazzy Star) und Colm Ó Cíasóig (My Bloody Valentine). „Until The Hunter“ ist das erste Lebenszeichen des Duos seit „Through The Devil Story“ (2009).

until-the-hunterEs gibt Musik, die einen auf ganz leise Art und Weise berührt. Quasi unerwartet an der Schulter streift und ein Gefühl von Gänsehaut hinterlässt. Zu dieser Musik gehört auch das, was Hope Sandoval & the Warm Inventions mit „Until The Hunter“ erschaffen haben. Nachdem Sandoval zuletzt durch ihre Gastauftritte bei Massive Attack („Paradise Circus“, „The Spoils“) einem breiteren Publikum ins Gedächtnis gerufen wurde, kehrt sie nun zurück in den Schoß ihrer weniger aufgeregten, weniger dramatischen Herkunft. Durch diese gleitet ihr Gesang wie ein Meeressäuger durch die Fluten der Ozeane. Anmutig und gekonnt. Der Multiinstrumentalist Ó Cíasóig hilft ihr derweilen, ein akustisches Netz zu stricken, in dem sich zahlreiche Klangteilchen aus Shoegaze, Folk und Psych-Rock verfangen. Eine Lana Del Rey dürfte hier vor Neid nur so erblassen. Denn Hope Sandoval & the Warm Inventions liegt die Authentizität im Blut. Das dürfte auch Kurt Vile dazu bewegt haben, sich vom Fleck weg für den Song „Let Me Get There“ verpflichten zu lassen, der als vielsagende Vorabsingle für „Until The Hunter“ fungierte.

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