REVIEW: Pixx „The Age Of Anxiety“

Da war sie! Ganz plötzlich und unverhofft überraschte Pixx im Herbst 2014 mit ihrer Debütsingle „A Way To Say Goodbye“, die von Presse und Fans gleichermaßen wohlwollend entgegengenommen wurde. Obwohl sich Hannah Roger, wie Pixx mit bürgerlichem Namen heißt, stilistisch klar in die waltende Renaissance-Welle aus New-Wave und Synthie-Pop einordnen lässt, zeigte doch bereits dieser erste Song, dass sie einen recht autarken Weg gefunden hatte, jenen Genres erneut Leben einzuhauchen. Erstaunlich ist dabei, dass auch Pixx der renommierten BRIT School, die bereits Künstlerinnen wie Adele oder Amy Winehouse hervorgebrachte, entstammt. Anders als bei ihren Kolleginnen hört man dies ihrer Musik nicht an. Zu rau und zu kompromisslos ist das, was ihrer Feder entspringt. Nach der EP „Fall In“ (2015) legt sie mit „The Age Of Anxiety“ nun ihren ersten Longplayer vor. Thematisch dreht sich dieser – wie viele andere Werke zeitgenössischer Musiker – um den Wandel unserer Gesellschaft, die daran gebundenen Ängste und Hoffnungen sowie die Frage, welche Auswirkungen all die Veränderungen auf unser individuelles Erleben haben könnten.

Statt nur in der eigenen Lebenswelt nach Antworten zu suchen, versucht Pixx auf „The Age Of Anxiety“ eine Metaebene zu erreichen, von der aus sie einen allumfassenderen Blick erhaschen kann. Ambitioniert, wenn man bedenkt, dass Rogers gerade einmal Anfang 20 ist. Doch ist es eben auch ihre Generation, die sich dem Unvermeidlichen stellen muss, sprich dem Vermächtnis gefällter Entscheidungen und rasanter Fortschritte in der Vergangenheit. Kein Wunder, dass auch „The Age Of Anxiety“ eine innere Zerrissenheit ausstrahlt. Allerdings eine, die sich mit der nötigen Hingabe zu einem interessanten Ganzen zusammensetzen lässt. Pixx koloriert ihre Bilder mit düsteren E-Gitarrenriffs und zeichnet scharfe Kanten, über die sie Ströme aus Herzblut fließen lässt. „The Age Of Anxiety“ ist ein Werk, dessen Härte durch die Einbettung in zahlreiche feingliedrige Electronica-Schichten und treibende Drumbeats abgemildert, in seiner Tiefgründigkeit aber keineswegs geschmälert wird. Pixx ist es gelungen, dem Hörer einen Zugang zu ihren Gedanken zu eröffnen, der aber auch Mahnungen bereithält, sich kritisch mit diesen auseinanderzusetzen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: