REVIEW: Phoenix „Ti Amo“

Beständigkeit, das ist wohl die Eigenschaft, die die aus Versailles stammende Band Phoenix am besten beschreibt. 1996 gründete sich das Quartett in seiner heutigen Formation. Und ob man es glauben mag oder nicht, weder Streits, noch Skandale beschmutzen den Pfad, den Sänger Thomas Mars und seine Kollegen Chirstian Mazzalai, Laurent Brancowitz und Deck D’Arcy im Popbusiness hinterlassen haben. Stattdessen veröffentlichten sie Hits am laufenden Band, erhielten wichtige Auszeichnungen – darunter einen Grammy für das beste Alternative-Album („Wolfgang Amadeus Phoenix“, 2009) – und manifestierten ihren Ruf als eine der besten Livebands Europas. Wo Phoenix sind, da sind auch Stimmung, gute Laune und kreative Stabilität nicht weit. Seit nun mehr zwei Dekaden liefern sie den Hörern das, was von ihnen erwartet wird: Qualität. Wenngleich die Band dabei ab und zu mit dem Mainstream liebäugelte, blieb ihnen ihre Fanbase über die Jahre jedoch treu. Wer einmal auf einer Show von Phoenix gewesen ist, der weiß auch warum. Denn das Publikum mitzureißen und Freude zu verbreiten, das liegt den vier aus der Asche emporentstiegenen Indierockstars absolut im Blut. Und das hört man auch ihren Alben an.

Während der Grundton vieler aktueller Veröffentlichungen ernster wird und die Unzufriedenheit hinsichtlich politischer und humanitärer Entwicklungen auf diesem Planeten widerspiegelt, haben Phoenix beschlossen, ihrer inneren Sehnsucht nach Harmonie, Liebe und Verlangen nachzugehen. Dies führte das Quartett zur Entstehung seines sechsten Studioalbums „Ti Amo“. Ähnlich wie der Vorgänger „Bankrupt!“ (2013) setzt auch die neue Platte der Franzosen auf das Gemisch aus Rock, Electronica und Pop, für das Phoenix bekannt sind. Versetzt mit allerhand ohrwurmtauglicher Refrains, discotauglicher Hooks und ein paar charmanter Soundspielereien schaffen es die zehn Tracks, der Alltagsflucht Tür und Tor zu öffnen und eine echte Alternative zu Trübsal und Melancholie darzustellen. Zwar erfinden sich Phoenix auf „Ti Amo“ stilistisch wenig neu – und auch der Referenzpunkt vermeintlicher lateinischer Wurzeln, den die Band anführt, hinkt aufgrund der Gefälligkeit der LP – doch macht es Spaß, Mars und Co. dabei zuzuhören, wie sie erneut im Fahrtwasser ihrer Erfolge aus der Vergangenheit dahingleiten.

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