REVIEW: Bonobo „Fragments“

Dynamisch: Bonobo präsentiert mit „Fragments“ eine energetische Achterbahnfahrt auf höchstem Niveau.

Seit 20 Jahren gilt Simon Green alias Bonobo als feste Orientierungsgröße an der Grenze zwischen Chillout- und Dance-Musik. Er hat Maßstäbe gesetzt, Wege bereitet und dabei derart massive Fußstapfen hinterlassen, dass nur wenige ihm nachfolgende Künstler*innen in der Lage sind, sie mit ihren Tritten auszufüllen. „Fragments“, sein siebentes Studioalbum, knüpft nahtlos an die bisherige Erfolgsgeschichte des Briten an. Kühnt wagt sich die Platte mit ihrer Stilistik auf eine von Stroboskoplicht befeuerte Tanzfläche. Sie nimmt Stück um Stück an Fahrt auf und scheut weder Tempo noch Bass. Tracks wie „Otomo“ oder „Age of Phase“ pulsieren vor Anspannung und Stärke. Doch sind da auch Ambient-Schnipsel und Gesangspassagen, die der LP neben aller Opulenz eine gewisse Sanftmütigkeit schenken. Elemente, die den Zuhörenden die Möglichkeit bieten, den Puls wieder ins Gleichgewicht zu bringen, nachdem dieser mehrfach in die Höhe geschnellt ist. Green bezeichnet „Fragments“ selbstbewusst als sein Opus magnum, sein bedeutendstes Werk. Tatsächlich erweitert er darauf noch einmal das Spektrum seines Monikers Bonobo, zeigt sich differenziert, mutig und kreativ. Statt sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit auszuruhen und wie viele seiner Kolleg*innen die ewig gleiche Leier abzuspielen, lotet der 45-Jährige erneut seine Grenzen aus. Nie schien er entfernter von der Tatsache, genau daran zu scheitern. 


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