REVIEW: Bodi Bill „I Love U I Do“

Erfrischender und vitalisierender als jedes Mentholbonbon: Bodi Bills „I Love U I Do“ weckt das Kind in jedem von uns.

Kinder verändern die Perspektive, die Sicht auf das Leben. Sie schärfen den Blick für die Gegenwart, denn das ist ihre Zukunft. Zu Beginn der Pandemie vor zwei Jahren – auch, wenn es sich bereits wie eine Ewigkeit anfühlen mag – wurde Fabian Fenk zum ersten Mal Vater. Der Frontmann, Sänger und das lyrische Mastermind des Berliner Kollektivs Bodi Bill entdeckte im Zuge dieses besonderen Einschnitts in seiner Biografie auch einen lang verschüttet geblauten Zugang zu seinem tiefsten Inneren. Dort tobte noch immer der junge Fabian, ganz arglos und ungebremst, neugierig darauf, was die Welt zu bieten hat. Zusammen mit seinen Kollegen Alex Stolze und Anton Feist folgt Fenk auf „I Love U I Do“ den Impulsen seines kindlichen Ichs und verpasst seiner Band einen erstaunlich unverkopften, sehr wohltuenden Neustart. Dominierte auf den Vorgängeralben eine kühle Understatement-Ästhetik das musikalische Geschehen, besticht Album Nummer fünf durch einen warmen, losgelösten Sound. Bodi Bill haben ihre Indie-Rock-Folk-Electro-Collagen mit allerhand naiver Experimentierfreude aufgeladen. Das macht die Songs nicht nur zugänglich, sondern entfesselt auch eine Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann. „I Love U I Do“ behandelt dabei top aktuelle Themen, nimmt die Entwicklung unserer immer stärker auf Selbstverwirklichung fokussierten Gesellschaft unter die Lupe und formuliert kritisch die Fragen, die sich sonst nur Kinder zu stellen wagen.


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