REVIEW: Aldous Harding „Warm Chris“

„Warm Chris“ von Aldous Harding ist eine Platte, an die man nur allzu gern sein Herz verschenkt.

Aldous Harding ist und bleibt eine der spannendsten Musikerinnen ihrer Generation. Irgendwie will sie so ganz und gar nicht in eine bestimmte Schublade passen und genau dafür muss man die Neuseeländerin einfach lieben. Die Songs auf ihrem vierten Album, dem dritten in Folge, das John Parish (PJ Harvey, Sparklehorse, Tracy Chapman) produziert wurde, bedienen sich zwar der Lässigkeit der Vorgängerplatten, beschreiten aber gleichzeitig auch neue Wege. „Warm Chris“ präsentiert eine herangereifte Sängerin und Songwriterin, die gekonnt Akzente zu setzen weiß. Akzente, die der Platte das gewisse Ewas verleihen und zeigen, dass Hannah Sian Topp, wie Aldous Harding mit bürgerlichem Namen heißt, einem kontinuierlichen kreativen Weiterentwicklungsprozess unterliegt. Sowohl stimmlich als auch hinsichtlich der melodiösen Ausgestaltung ihrer Stücke. Statt sich im Kreis zu drehen, sucht die Anfang Dreißigjährige die Flucht nach vorn und verpackt ihre unruhigen Gedanken in eine Mischung aus Folk, Psychedelica, Surferrock und Chamberpop. Stets einladend, nie abweisend. Die LP hat das Zeug zum perfekten Sonntagnachmittag-Soundtrack. Und zwar im allerbesten Sinne! Denn durch ihre ungezwungene Art lädt sie dazu ein, mit dem buchstäblichen Flow zu gehen, dass strapazierte Alltagsnervenkostüm abzustreifen und im milchigen Zwielicht, das durch die ungeputzten Fenster ins Innere der eigenen vier Wände dringt, ein Tänzchen aufzuführen. Müßiggang, wie er sich gehört und wie er der Seele guttut! 


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