Minimal-Techno trifft auf orchestrale Klänge: Kiasmos steigen für „II“ wie Phönix aus der Asche und zeigen sich doch versöhnlich mit der eigenen tonalen Vergangenheit.
Warum sich nicht Zeit lassen, statt alles zu überstürzen? Gut Ding will schließlich Weile haben. Zwischen ihrem selbstbetitelten Debüt „Kiasmos“ (2014) und dem Nachfolger „II“ liegt in der Tat ein ganzes Jahrzehnt – und das nicht nur wegen ihrer vollen Terminkalender als Solokünstler. Ólafur Arnalds und Janus Rasmussen, die sich erstmals in der isländischen Hauptstadt Reykjavík begegneten, brachten als Kiasmos die europäische Electronica-Szene innerhalb weniger Takte zum Schwelgen. Beeindruckt von der Selbstverständlichkeit, mit der sie artifizielle und organische Klangstrukturen zu einem beeindruckenden Mix verschmelzen, schlossen Publikum und Kritiker die beiden gleichermaßen ins Herz und bescheinigten ihnen umgehend den Status kreativer Wunderkinder. Das erzeugt neben aller Ehre natürlich auch Druck. Und so widmeten sich Arnalds und Rasmussen in der Folge anderen Projekten und warteten geduldig auf den richtigen Moment, um ihr Projekt fortzusetzen. Irgendwann war es dann soweit. Leicht verunsichert, ob ihre musikalischen Visionen nach wie vor zusammenpassen würden, machten sie sich dann aber schließlich an die Arbeit und stellten fest, dass sie sich keineswegs auseinandergelebt hatten. Im Gegenteil, sie profitierten von den neuen Impulsen, die jeder von ihnen einbringen konnte. War „Kiasmos“ noch rau und naiv, besticht „II“ hingegen durch ein gereiftes kompositorisches Können und einen natürlichen Sound. Trotz all der elektronischen Elemente, die den Charakter der Platte entscheidend mitbestimmen. Sie sind auch das Bindeglied zu den Anfängen von Kiasmos. Gleichzeitig thront über „II“ eine beeindruckende, fast archaische Harmonie. Die elf Titel sind ausladend, ohne sich zu verlieren. Getragen von einem tiefen Verständnis für Dynamik, Rhythmus und Melodie. Sich darauf einzulassen, regt nicht nur zum Träumen an, sondern sorgt sogar physisch für eine spürbare Ausgeglichenheit – anhand von Atmung und Puls. Es ist, als würde man zur Afterhour über den vollen Dancefloor eines angesagten Clubs schweben.

GEWINNSPIEL
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Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 07.07.2024. Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall. Unsere Preise verschicken wir nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg!

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