Ela Minus wandert weiter auf den Spuren von Kolleg*innen wie Fever Ray und Karin Park: Mit „DIA“ bleibt sie zwar dem düsteren, elektrifizierten Stil ihres Debüts „acts of rebellion“ (2020) treu, schürft aber gleichzeitig tiefer.
Es gibt die Vorstellung, der Mensch sei der Versuch der Natur, sich selbst zu ergründen. Wie so vieles, was wir Menschen behaupten, klingt auch diese Idee größenwahnsinnig und anmaßend. Und doch könnte zumindest ein Fünkchen Wahrheit darin stecken. Denn was den meisten von uns angeboren zu sein scheint, ist das Bedürfnis zu verstehen. Verständnis für die Welt um uns herum, aber auch Verständnis für das, was uns ausmacht. Auch Ela Minus nutzt ihre Kunst, um ein klareres Bild davon zu bekommen, wie und warum sie so fühlt, denkt und handelt, wie sie es tut. „DIA“ ist ihr persönlicher Reflexionsraum. Mithilfe mehrfach überarbeiteter Texte erforscht die Kolumbianerin ihr Innerstes, ihr Seelenleben und gelangt dabei zu teils bitteren Erkenntnissen. Denn je mehr sie versuchte, sich durch ihr mentales Labyrinth zu manövrieren, um die darin verborgenen Schätze zu finden und zu bergen, desto mehr Türen mit verschlungenen Gängen taten sich auf. Bis sie begriff, dass sie die ganze Zeit verzweifelt hoffte, etwas zu fassen, was an sich nicht zu fassen ist. Doch ist der Weg allein das Ziel, das Sinnhaftigkeit zu stiften vermag. Neben den intelligenten Texten, die jedoch nur einen Bruchteil der Komplexität ihres Wesens abbilden, sind es vor allem die Sounds und Melodien, die „DIA“ zu einem erstaunlichen Werk machen. Denn in ihnen spiegelt sich die gewonnene Klarheit im Chaos umso mehr wider. Fernab der Sprache sind wir Menschen eben oft viel stärker mit unserem Innersten verbunden. Arachisch, düster und kraftvoll wirkt das tonale Gerüst von „DIA“. Sanfte, leichtfüßige Songs sucht man vergeblich. Stattdessen breitet Gabriela Jimeno Caldas, wie Ela Minus mit bürgerlichem Namen heißt, opulente, psychedelisch angehauchte Klangteppiche aus. Einer dichter und verwobener als der andere. Das mag hier und da ein wenig einschüchtern, aber die Platte fordert die eigenen Hörgewohnheiten im besten Sinne heraus. Man kommt nicht umhin, sich ausgiebiger mit dem zu beschäftigen, was die Mittdreißigerin da zusammengebastelt und mit ihrer eindringlichen Stimme verbunden hat. Ein rauschendes Fest aus experimentellem Elektro, Avantgarde und Dark Pop.

GEWINNSPIEL
Wir verlosen ein Vinyl-Exemplar, das uns unsere Freunde von Domino Recordings zur Verfügung gestellt haben. Um zu gewinnen, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.
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Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 19.01.2025. Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall. Unsere Preise verschicken wir nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg!

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