REVIEW: Tune-Yards „Better Dreaming“

Optimismus pur: Wer sich mit „Better Dreaming“ von den Tune-Yards beschäftigt, muss zwangsläufig schmunzeln und vergisst für einen Moment die Sorgen des Alltags.

Was wären wir ohne die Tune-Yards? Als Klangwundertüte, aus der es knistert, knallt und poppt, hat sich das kalifornische Duo nicht nur in der Musikszene etabliert, sondern auch als Impulsgeber für außergewöhnliche Songs abseits des Mainstreams, die trotzdem im Radio und auf der Tanzfläche funktionieren. Diesem Ruf werden Merrill Garbus und Nathaniel Brenner mit Better Dreaming“ erneut gerecht. Vielleicht sogar mehr denn je. Denn trotz – oder vielleicht gerade wegen – diverser kleiner Sound-Frickeleien und rhythmischer Brüche schafft es die Platte, den Hörer innerhalb weniger Takte in eine Ekstase zu versetzen, in der man nichts anderes mehr will, als entweder unter blauem Himmel in der Sonne über bunte Blumenfelder zu hüpfen oder so schnell wie möglich alles aus dem Weg zu räumen, um an Ort und Stelle eine flotte Sohle aufs Parkett zu legen. Die Songs strotzen nur so vor Vitalität, was daran liegen mag, dass die Tune-Yards nach all dem Verzicht und der Isolation während der Covid-Pandemie mal wieder richtig die Sau rauslassen wollten. Voller Energie und Lust – begleitet von Funk, Mathpop, Disco und Indierock – folgten sie jedem kreativen Impuls, der sich ihnen bot, und gingen ihm nach, anstatt sich vom Alltag ablenken zu lassen. „Better Dreaming“ ist somit auch ein Statement gegen die mentale Kurzlebigkeit. Es geht darum, vollends los- und sich treiben zu lassen. Entlang von Stimmungen und Gedanken jeglicher Couleur. Tune-Yards ermutigen dazu, sich bewusst die Smartphones bei Seite zu legen, sich von den Sozialen Medien, aber auch von den meist eher deprimierenden Nachrichten, die uns Tag für Tag erreichen, zu lösen und in die Tiefen unseres Bewusstseins einzutauchen, in denen letztlich alles verborgen liegt, was wir brauchen, um glücklich zu sein und wieder besser träumen zu können.


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