Folgen wir Obongjayar in Richtung einer optimistischeren Zukunft und lassen wir uns von seiner sanften Stimme leiten, die von eindrucksvollen Instrumentierungen und Rhythmen begleitet wird: „Paradise Now“.
Als (weiße) Europäer*innen schauen wir oft mit einem gefärbten, teils überheblich-anmaßenden Blick nach Afrika. Viele von uns kennen weder die Namen der über 54 Länder auf dem Kontinent, noch können sie kulturelle Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten beschreiben, geschweige denn ihre Geschichten erzählen. Zu verstehen, dass auch unsere Sicht auf die Dinge keine absolute Wahrheit darstellt, hilft dabei, Vorurteile abzubauen. Denn auch in Deutschland, Frankreich, Italien und Co. wird wie überall auf diesem Planeten gern in Stereotypen gedacht, was nicht zuletzt mit dem Bias unserer medialen Berichterstattung zu tun hat. So haben wir beispielsweise beim Namen Nigeria schnell Bilder von Armut, Korruption und Kriminalität im Kopf, statt lächelnder Menschen, bunter Städte und einer beeundruckenden Natur. Steven Umoh wurde 1992 in der Nähe von Lagos an der Westküste Afrikas geboren. Schon früh interessierte er sich für die Musik schwarzer, vornehmlich US-amerikanischer Rapper und Sänger. Dazu zählten Usher, Snoop Dogg oder Nelly. Als er im Alter von 18 Jahren nach Großbritannien kam, begann er, es seinen Idolen gleichzutun, und schrieb und veröffentlichte unter dem Pseudonym Obongjayar eigene Songs. Dabei verleugnete er seine Herkunft jedoch nicht, sondern integrierte bewusst verschiedenste Aspekte in sein Schaffen. „Paradise Now“ schöpft ebenso wie das Debütalbum „Some Nights I Dream of Doors“ (2022) und die vorangegangenen EPs Inspiration aus dem kulturellen Spannungsfeld, das auch Obongjayar geprägt hat. In 15 Songs verknüpft er Hip-Hop-, Soul- und R’n’B-Einflüsse mit Afrobeat, Spoken Word und Anleihen aus Rock, Spaghetti-Western-Country, Disco und Electronica. Diese Mischung klingt nicht nur vital und eigentümlich, sie bietet Hörer*innen auch die Chance zu begreifen, dass alles, wirklich alles, was wir zu erfassen versuchen, mehrdimensional ist. Dass jede mentale Schublade, die wir zu schließen versuchen, genauso schnell wieder aufgerissen werden kann. Obongjayar unterstützt mit „Paradise Now“ die Einsichtsbildung. Einerseits sorgt er für ein spannendes Genrechaos, das zeigt, dass Kunst keine Ländergrenzen kennt und sich Stile aus den verschiedensten Himmelsrichtungen vereinen lassen. Zum anderen macht er aber auch deutlich, dass uns als Menschen weniger unterscheidet, als wir oft denken. Denn Obongjayar beschäftigt sich in den Texten von „Paradise Now“ mit universellen Themen. Von Identitätsfragen bis hin zur Rolle von Gefühlen im menschlichen Erleben. Neben all den schönen und Kraft schenkenden Erinnerungen an seine Vergangenheit in Nigeria lassen sich in den Worten Obongjayars aber auch tiefgehende Verletzungen erkennen, ohne dass er diese allzu direkt adressiert. Was bleibt, ist der Wunsch nach Harmonie, nach einem Paradies, das zumindest auf klanglicher Ebene bereits seine Türen und Tore weit geöffnet hat.

GEWINNSPIEL
Wir verlosen ein Vinyl-Exemplar, das uns unsere Freunde von Beats International zur Verfügung gestellt haben. Um zu gewinnen, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.
Möglichkeit 1: Liket unsere Mastodon-Page und kommentiert den dort befindlichen Gewinnspiel-Post mit „Ich brauche Musik auf die Ohren!“.
Möglichkeit 2: Werdet unser Bluesky-Follower, gebt dem dort befindlichen Gewinnspiel-Post einen Like und kommentiert ihn mit „Ich brauche Musik auf die Ohren!“.
Möglichkeit 3: Folgt uns bei Instagram und kommentiert den dort befindlichen Gewinnspiel-Post mit „Ich brauche Musik auf die Ohren!“.
Möglichkeit 4: Schickt uns eine Mail mit dem Betreff „Paradise Now“ und dem Inhalt „Ich brauche Musik auf die Ohren!“ an kontakt@einenhabichnoch.com. (Dies dürft ihr auch tun, wenn ihr bereits über Mastodon, Bluesky und/oder Instagram mitgemacht habt.)
Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 01.06.2025. Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall. Unsere Preise verschicken wir nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg!

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