Für Jung und Alt: Fade Evare dürften es schaffen, mit „Welcome Back“ ein breites Publikum zum Tanzen zu bringen.
Ein Debütalbum „Welcome Back“ zu nennen, mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen. Und doch ist der Titel von Fade Evares Erstlingswerk recht treffend gewählt. Denn die Melbourner orientieren sich stilistisch an etwas, das bereits da gewesen ist: New Wave, Postrock und Synthpop der Achtziger sowie Trip-Hop der Neunziger. Diese klangliche Fusion, die sie „Tripwave“ nennen, ist die Grundzutat der zwölf Titel auf „Welcome Back“. Nachdem das Quartett im letzten Jahr schnell erfolgreich wurde und von verschiedenen relevanten Medien das Prädikat „Tastemaker“ verliehen bekam, sind die Erwartungen an die Musik von Fade Evare auf Albumlänge natürlich groß. Doch können sie dem Druck standhalten? Was der Band tatsächlich gut gelingt, ist, ihre Eigenständigkeit in der Wiederverwertung der erwähnten Genres zu finden und herauszustellen.Songs wie „Send Me Out“, „Sky Writing“ oder „Anymore“ klingen trotz aller Retro-Anleihen frisch und sind mit innovativen Impulsen angereichert. Der perfekte Soundtrack für einen Sommer mit leichtfüßigen, aber auch verträumten Momenten. Thematisch sind Fade Evare derweil klar in der Gegenwart verankert. Sie beschäftigen sich mit den typischen Problemen junger Erwachsener, die sich in einer digital dominierten, schnelllebigen und leider auch von Krisen gebeutelten Welt zurechtfinden müssen. Die Lyrics wirken dabei keinesfalls belehrend, sondern spiegeln schlicht Gedankenfetzen wider und lassen Raum für Interpretation. „Welcome Back“ ist klug, modern und vor allem relevant. Eine LP, die Fade Evare als Hoffnungsträger für die australische Musikszene manifestieren dürfte und die vom Stil her gut in den Katalog des gefeierten Labels „Italians Do It Better“ passen würde, das Künstler*innen wie Desire, Chromatics oder Glass Candy hervorbrachte.


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