WIN: Tricky „Different When It’s Silent“

Verletzlichkeit und Schmerz schwingen in dieser LP von der ersten bis zur letzten Note mit. Trickys „Different When It’s Silent“ ist eine Auseinandersetzung mit einem Abschied, der schwerer wiegt als jede physische Last.

Nach dem Tod seiner Tochter Mazy war Adrian Nicholas Matthews Thaws, auch bekannt als Tricky, gelähmt – persönlich wie künstlerisch. Für Eltern gibt es nichts Schrecklicheres, als den Verlust ihrer Kinder miterleben zu müssen. Doch Tricky erlitt genau das. Von einem Tag auf den anderen klaffte eine riesige Wunde  in seinem Herzen und eine Trauer breitete sich aus, die alles in den Schatten zu stellen schien, was der Brite bis dahin gespürt hatte. „Different When It’s Silent“, sein 15. Studioalbum, dessen Cover eine Collage von Mazy ziert, versucht, diesen massiven Einschnitt zu verarbeiten – wobei das Wort „verarbeiten“ impliziert, dass es irgendeine Form von Abschluss gibt. Dem ist aber nicht so. Vielmehr geht es darum, zu erkennen, dass die Trauer fortan ein stetiger Begleiter sein wird, der hin und wieder Fragen aufwirft. Wer bist du? Wie soll es weitergehen? Wo ist der Sinn in allem? Antworten auf diese Fragen zu finden, scheint dabei eher ein kontinuierlicher Prozess als ein Moment der plötzlichen Klarheit zu sein. In diesem Prozess spielt Stille eine besondere Rolle zu. Nicht als ein tonloser Raum, sondern als ein Raum, der es ermöglicht, Emotionen wahrzunehmen. Fernab des sonst laut rauschenden Alltags, der uns den Zugang zu unseren Gefühlen oft versperrt. Entsprechend ist die akustische Kulisse von „Different When It’s Silent“, deren Cover eine Kollage von Mazys Gesicht ziert, erstaunlich reduziert im Vergleich zu den letzten Werken des 58-Jährigen, wodurch sich einzelne Elemente besonders stark wahrnehmen und nachempfinden lassen. Tricky zollt damit gleichzeitig seinen eigenen Wurzeln als Künstler Tribut. Insbesondere seinem Debüt „Maxinquaye“ aus dem Jahr 1995, das nach wie vor als sein erfolgreichstes Album gilt und von vielen Fans als Favorit bezeichnet wird. Stilistisch sind die Stücke in einer düsteren, mitreißenden Trip-Hop-Ästhetik gehalten, in die sich aber auch hin und wieder rockige, bluesige, dreampopartige oder klassische Einflüsse mischen. Typisch für den Bristol-Sound, den Tricky zusammen mit Kolleg*innen wie Massive Attack und Portishead geprägt hat. Stimmlich tritt Tricky auf „Different When It’s Silent“ eher dezent in Erscheinung – stets in Form des für ihn charakteristischen gewisperten Sprechgesangs, der zwar nicht komplett im Hauptfokus steht, aber wenn er auftaucht, stets für Gänsehautwellen sorgt. Stattdessen ist – neben anderen Gästen wie Marta Ztakowska oder Martin Glover – vor allem ein junger Nachwuchsstar der Bristoler Szene präsent: Mitch Sanders. Sein emotionaler, facettenreicher Falsettgesang bildet das Zentrum des Geschehens und verschmilzt eindrucksvoll mit E-Gitarren, Bass-Riffs, Drum-Beats und Synthesizer-Flächen. Gleichzeitig nutzt Tricky Sanders für eine Art inneres Zwiegespräch und baut dadurch eine letzte Wand auf, die ihn davor zu schützen scheint, völlig zu zerbrechen, wenn er mit seiner eigenen, inneren Fragilität in Kontakt kommt. Ein gewaltiges, intimes und aufrührendes Album! Sicherlich eines der wichtigsten in der Karriere eines Masterminds, dessen Werdegang etliche Schnitzer und Wunden aufweist.



GEWINNSPIEL

Wir verlosen ein Vinyl-Exemplar, das uns unsere Freunde von Beats International zur Verfügung gestellt haben. Um zu gewinnen, könnt ihr wie folgt an der entsprechenden Verlosung teilnehmen.

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Teilnahmeschluss ist der kommende Sonntag, der 19.07.2026. Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall. Unsere Preise verschicken wir nur innerhalb Deutschlands und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg!

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